Digitale Inkompetenz: Joseph Dittli, unbewusster Terrorhelfer

23. September 2019

FDP-Ständerat Jospeh Dittli will, dass der Staat künftig alle Kommunikation per Whatsapp und co. mitlesen kann. Diese Idee ist nicht nur extrem naiv und Zeichen von totaler Ahnungslosigkeit, sie ist auch brandgefährlich und spielt Kriminellen sogar in die Hände.

Dittli will nicht, dass Kriminelle oder gar Terroristen über verschlüsselte Chats kommunizieren können. Deshalb will er, dass die Messaging-Dienste gezwungen werden, sogenannte Backdoors einzurichten. Über diese sollen die Behörden direkt an der unverschlüsselten Kommunikation teilhaben können.

Diese Forderung ist aus vielen Perspektiven dumm. Whatsapp und Andere Messenger-Dienste setzen auf End-zu-End Verschlüsselung. Das bedeutet, die Betreiber selber haben gar keine Möglichkeit, die unverschlüsselten Daten einzusehen. Um das zu umgehen, müsste also die End-zu-End Verschlüsselung auf jedem Gerät kompromitiert werden.

Und selbst wenn es durchgesetzt werden könnte, hätten alle, die immer noch verschlüsselt kommunizieren wollen, noch genug Alternativen. Gerade in die Open Source Messenger, bei denen der gesamte Code öffentlich einsehbar und veränderbar ist, lassen sich kaum Hintertüren einbauen.

Die Folge von Dittlis Forderung wäre also, dass die unbescholtenen Bürger*innen künftig noch einfacher überwacht werden, was der Geheimdienst der Erfahrung nach auch tun wird. Alle Anderen nutzen dann halt andere Kanäle.

Und hier kommt dann auch das zweite, grosse Problem mit Dittlis Forderung. Denn eine Hintertür kann grundsätzlich von allen genutzt werden, nicht nur von den Behörden. Mit ein wenig Aufwand dürften also auch Dritte dann ganz einfach Zugang zu unseren Nachrichten erhalten. Das könnten andere Geheimdienste sein, oder halt genau die Organisationen, die Dittli eigentlich bekämpfen wollte. So macht er sich durch seine Inkompetenz zum unbewussten Terrorhelfer.

Zum Glück können wir bald ein neues Parlament wählen, hoffentlich mit mehr Kompetenz. Einen Hinweis, wen du in deinem Kanton wählen könntest, findest du auf Freedomvote. Dort haben Kandidierende Fragen zur Netz- und Digitalpolitik beantwortet.

Zurück zur Übersicht